Was ist der Erdbeermond?

Vonandre bueeler

Was ist der Erdbeermond?

Den Mitte Juni sichtbaren Vollmond nennen viele Menschen auch Erdbeermond. Obwohl der Erdbeermond nicht zwingend von rötlicher Farbe ist, kann der Vollmond in dieser Jahreszeit durchaus einen mehr oder weniger ausgeprägten rötlichen Schimmer aufweisen. Der Name Erdbeermond geht auf die indianische Kultur Nordamerikas zurück, doch der Vollmond im Juni ist auch unter vielen anderen Namen rund um die Welt bekannt.


Die Namen des Erdbeermondes

Die Ursprünge des Namens Erdbeermond in der indianischen Kultur

In den letzten Jahren sind traditionelle indianische Namen für die Vollmonde im modernen Sprachgebrauch üblicher geworden. So sehen wir den Wolfsmond im Januar, den Schneemond im Februar, den pinken Mond im April oder den Erdbeermond im Juni. Diese Namen spiegeln eine tiefe Verbindung des natürlichen Jahreszyklus in der nordamerikanischen indianischen Tradition wieder. Der Maine Farmer’s Almanac veröffentlichte in den 1930er Jahren erstmals die indianischen Namen für die Vollmonde im Laufe eines Jahres. Nach diesem Almanach ist der Vollmond im Juni oder der letzte Vollmond des Frühlings als Erdbeermond bekannt. Dieser Mondname ist ein Name, der für nahezu jeden Algonquin-Stamm universell ist. Der Name steht in Beziehung zu der Zeit der relativ kurzen Saison für die Ernte von Erdbeeren im Nordosten Nordamerikas ungefähr Mitte des Monats Juni.


Europäische Namen für den Erdbeermond: Metmond und Honigmond

Ein alter europäischer Name für diesen Vollmond, der in der amerikanischen indianischen Tradition Erdbeermond genannt wird, ist auch der Metmond oder der Honigmond. Met ist ein aus dem Mittelalter stammendes, alkolisches Getränk, das durch das Fermentieren von mit Wasser gemischtem Honig, manchmal in Verbindung mit Früchten, Gewürzen, Getreide oder Hopfen, hergestellt wird. Die Tradition, den ersten Monat der Ehe als „Honeymoon“ zu bezeichnen, reicht mindestens bis in das 15. Jahrhundert zurück und kann an diesen Vollmond gebunden sein. Dies geht vermutlich auf die Sitte zurück, im Juni zu heiraten. Andere Forscher ziehen die Verbindung weil der Honigmond auch als der „süßeste“ Mond im Verlauf des Jahres angesehen wird. Einige Schriften besagen, dass der Honig in der Zeit um die Sommersonnenwende Ende Juni herum reif war und bereit war, aus Bienenstöcken oder aus der Wildnis geerntet zu werden, was diesen Mond zum „süßesten“ machte. Die Verbindung von Hochzeiten und Honigmond stammt aus mindestens dem 15. Jahrhundert und es wird vermutet, dass sie aufgrund des Brauchs, im Juni zu heiraten, und der Tatsache, dass der Honigmond zur Zeit vieler Hochzeiten am Himmel war, entstanden ist.


Fakten zum Erdbeermond

Warum kann der Erdbeermond oft eine rötliche Farbe haben?

Die Europäer nannten den Mitte Juni erscheinenden oft rötlich schimmernden Vollmond aufgrund seiner besonderen Farbgebung, die in manchen Jahren, aber nicht allen zu sehen ist, auch den Rosenmond. Die meisten Forscher sind sich in ihrer Therorie darin einig, dass die Wahl dieser Namen von der oft rötlich erscheinenden Farbe des Vollmonds zu dieser Jahreszeit herrührt. Warum aber erscheint der Erdbermond aber besonders in der nördlichen Hemisphäre oft rötlich gefärbt. Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde befindet sich fast in der gleichen Ebene wie die Umlaufbahn der Erde um die Sonne und ist von dieser nur etwa fünf Grad abweichend. Wenn die Sonne nahe der Sommersonnenwende am Himmel am höchsten erscheint, erscheint der Vollmond gegenüber der Sonne im Allgemeinen am Himmel am niedrigsten. Insbesondere für die höheren Breiten Europas scheint der Vollmond, der der Sommersonnenwende am nächsten ist, durch mehr Atmosphäre als zu anderen Jahreszeiten. Dies kann dem Vollmond eine rötliche oder rosafarbene Farbe verleihen. Interessant zu wissen ist, das aus den gleichen Gründen, aus denen der Erdbeermond rötlich auf uns wirken kann, auch eine aufgehende oder untergehende Sonne an manchen Tagen für unser Auge rot erscheint.


Der Erdbeermond und die Sommersonnenwende

Mit dem Ende des Frühlings und dem Beginn des Sommers verlängern sich die täglichen Sonnenlichtperioden zur Sonnenwende am längsten und verkürzen sich dann wieder. Unsere 24-Stunden-Uhr basiert auf der durchschnittlichen Länge des Sonnentages während des ganzen Jahres. Da die tatsächliche Länge eines Sonnentages unterschiedlich ist, treten die frühesten Sonnenaufgänge des Jahres vor der Sommersonnenwende, der Tag mit der längsten Sonneneinstrahlung und die neuesten Sonnenuntergänge des Jahres nach der Sonnenwende auf. Die Sommersonnenwende fällt in die Nähe des Erdbeermonds.


Der Erdbeermond in anderen Kulturen und Kalendern

Auch in anderen Kulturen und Kalendern ist der Vollmond Mitte Juni ebenfalls bekannt. In den Lunisolarkalendern ändern sich die Monate stets mit dem Neumond und die Vollmonde fallen somit jeden Monat in die Mitte der Mondmonate. Der für uns als Erdbeermond bekannte Vollmond in der Mitte des Monats Juni fällt in die Mitte des fünften Monats des chinesischen Kalenders. Im hebräischen Kalender, der auch ein Lunisolarkalender ist, fällt er in die Mitte des Monats Sivan. Im islamischen Kalender beginnen die Monate mit der ersten Sichtung des zunehmenden Halbmondes wenige Tage nach dem Neumond. Der uns bekannte Erdbeermond liegt hier nahe der Mitte des islamischen Monats Shawwal.

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